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Samuel Kim
Newbie

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Auf den ersten Blick kann man Samuel Kim wohl leicht unterschätzen. Er wirkt nicht wie jemand, der täglich Entscheidungen trifft, die auch größere Tragweiten haben können. Zu ruhig und zu sanft in seinen Bewegungen, zu bedacht in seinen Worten. Er ist niemand, der schnell laut wird und auch keiner, der sich in den Mittelpunkt drängt. Schon früher war er der, der Streit geschlichtet hat, statt ihn anzufachen. Der geblieben ist, wenn es unbequem wurde. Vielleicht ist genau das der Grund, warum er Polizist geworden ist. Nicht, weil er das Chaos sucht, sondern weil er gelernt hat, darin zu funktionieren. Im NYPD hat er sich innerhalb des Detective Bureau seinen Rang als junger Detective des Homicide Squads mit Fleiß und Zielstrebigkeit erarbeitet. Der 25-Jährige ist jemand, der Verantwortung sehr ernst nimmt. Vielleicht ein bisschen zu ernst. Er trägt sie wie eine zweite Haut; im Job, in Beziehungen und im Leben allgemein. Fehler macht er lieber leise mit sich selbst aus, Zweifel ebenso. Nach außen hin wirkt er gefasst, fast schon kontrolliert. Innen sieht es oft anders aus. Faye Marsh war lange Zeit sein sicherer Hafen. Beste Freunde seit Kindertagen, irgendwann mehr geworden und das fast selbstverständlich, als hätte es nie eine andere Möglichkeit gegeben. Mit ihr hatte er sich dieses Bild von Zukunft aufgebaut, Stück für Stück. Verlobung, gemeinsame Wohnung, ein Hund. Ein Leben, das auf dem Papier perfekt aussah. Nur fühlt sich Perfektion manchmal leer an, wenn etwas darin fehlt, das man nicht benennen kann. Samuel hat lange gebraucht, um zu verstehen, dass das Problem nicht die Beziehung war, sondern er selbst. Oder zumindest ein Teil von ihm, den er zu lange ignoriert hat. Gefühle, die nicht in das Bild passten, das er sich aufgebaut hatte. Gefühle, die er zunächst verdrängt, dann geleugnet und schließlich nicht mehr übersehen konnte. Jetzt steht er irgendwo zwischen dem, was war und dem, was sein könnte. Zwischen Schuld und Sehnsucht, zwischen Loyalität und dem leisen Wunsch, endlich er selbst zu sein. Und während er glaubt seine frühere Verlobte verloren zu haben, bleibt ihm fast nichts anderes übrig, als sich mit den Dingen auseinanderzusetzen, vor denen er sich so lange gedrückt hat.
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